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Hobby- oder Berufsdetektiv

Juni 4th, 2009 · No Comments

Sherlock Holmes ist sicher der bekannteste Berufsdetektiv, den es in der Literatur gibt. Die Geschichten über diesen Mann, der mit Dr. Watson Fall um Fall löste, entstanden aus einem einzigen Grund. Viele Menschen träumten davon, als Berufsdetektiv ihr Leben zu verbringen. Die Spannung, das Abenteuer und die vielen Erlebnisse jenseits der Normalität wollte jeder erleben, wenn auch nur beim Lesen eines Buches. 

Auch heute gibt es noch viele Menschen, die den Wunsch hegen, als Berufsdetektiv zu arbeiten. Mancher von ihnen versucht sich als Hobbydetektiv. Es gibt viele Veranstalter, die als ganz besonderes Erlebnis ein Wochenende an einem besonderen Ort anbieten, wo sich die Gäste ganz ihrem Hobby hingeben können. Ein gespielter Mordfall muss aufgeklärt werden; dabei sind alle Arten der Ermittlung erlaubt. Der Gewinner an diesem Wochenende ist, wer als erster alle Fakten gesammelt hat, die zur Aufklärung des Mordes dienen. Das unauffällige Befragen vom Personal, die Suche nach Spuren und verschwundenen Beweismaterial gehört unabdingbar dazu. Natürlich sind hier keine echte Leichen zu finden, und alle anderen Personen im Haus sind ebenfalls Hobbydetektive, die das Wochenende entweder selbst gebucht oder als besondere Überraschung geschenkt bekommen haben. Jede der anwesenden Personen findet die gleichen Bedingungen vor und weiß nicht, wann und wo der Mord passieren wird, beziehungsweise, wer das Opfer ist. So kann sich der Mörder als Gast getarnt haben, unter den Bediensteten zu finden sein oder sich hinter einer anderen, zufällig anwesenden Person verbergen. Die Spannung und der Nervenkitzel an einem solchen Wochenende sind garantiert und es passiert mit Sicherheit dem einen oder anderen Teilnehmer, dass es sich wirklich für einen Berufsdetektiv hält, der hier seinen Ermittlungen nachgeht.

Auch in der Nachbarschaft einer Siedlung gibt es oftmals einen Berufsdetektiv. Dieser hält sich einfach für verpflichtet, alle Angelegenheiten der Nachbarschaft genauestens zu untersuchen. So erkundet es sich, wie er zu Besuch war, wenn er ein fremdes Auto vor der Tür entdeckt hat, bemerkt ungefragt Veränderungen am Haus und im Garten, und kümmert sich natürlich auch um alle sonstigen Belange. Oft noch akribischer als ein echter Berufsdetektiv, geht er jeder, für sich unklaren, Situation auf den Grund und nervt alle Beteiligten so lange mit seinen Fragen und Ermittlungen, bis er sich definitiv unbeliebt gemacht hat. Oft über drehen die Nachbarn schon die Augen, wenn sie diesen Berufsdetektiv einfach nur um die Ecke biegen sehen. Hinter jedem Besucher, der eine Hausfrau besucht, während ihr Mann in der Arbeit ist, sieht er eine Affäre und teilt dies auch jedem Menschen mit, ganz gleich, ob dieser dies wissen will, oder nicht. Schon bevor das neue Auto eines Nachbarn vor der Tür steht, weiß der Hobbydetektiv, was es gekostet hat, und wie viel Schulden die Familie dafür machen musste. Solche Menschen werden meistens als sehr unangenehm empfunden, und nicht immer ist es das reine Vergnügen an der Ermittlungsarbeit, das diese sehr privaten Ermittler mit ihrer Arbeit verbinden.

Ein echter Berufsdetektiv leistet wichtige und sinnvolle Arbeit, wenn es darum geht, ungeklärte Fälle zu lösen. Dabei erreicht sein Aufgabengebiet von Ermittlungen im Familien Bereich bis hin zur Wirtschaftsspionage. Auch für Ämter und Behörden sind die Ermittler regelmäßig und erfolgreich im Einsatz. Ganz gleich, welche Fährte ein Berufsdetektiv aufnimmt: Er ist seinem Kunden gegenüber verpflichtet, verantwortungsvoll, verschwiegen und zuverlässig zu arbeiten. Persönliche Zweifel oder das Interesse, einen Wert zu bewahren oder zurückzuerhalten veranlassen die Kunden dazu, einen Berufsdetektiv zu engagieren.