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Wenn Mensch und Maus aufeinander treffen

Februar 5th, 2009 · No Comments

Die Maus ist ein possierliches, kleines Tierchen, das beinahe allerorts anzutreffen ist. Bleibt die Maus in ihrem natürlichen Lebensraum, so wird sie in der Regel von ihren natürlichen Feinden entsprechend dezimiert, es kann keine Plage entstehen. Bussard, Falke und Fuchs zählen zu den größten Feinden, die auf Feld und im Wald die Mäusepopulation im Zaum halten.

Doch das kleine Tierchen verfügt über viel Intelligenz und so war es vor vielen Jahrtausenden nur eine Frage der Zeit, bis die urzeitliche Maus die menschlichen Behausungen für sich entdeckte. Hier fand sie einen reich gedeckten Tisch und so gut wie keine Feinde, die ihr Leben bedrohten. Schnell vermehrten sich die kleinen Nager und die erste Mäuseplage war entstanden.

So possierlich so eine Maus auch sein mag, ihre Hinterlassenschaften sind für den Menschen äußerst gesundheitsschädlich. In Kot und Urin befinden sich Krankheitserreger, die schwere Krankheiten auszulösen vermögen. Des Weiteren ist die Maus ein Schädling, der auch am Material große Schäden hinterlässt. Nichts ist vor den scharfen Reißzähnen und der Lust am Nagen sicher. Ganz gleich, ob es sich dabei um Schuhe handelt oder um einen Sack Mehl, alles wird mit einer Hingabe angenagt und gefressen, die ihresgleichen sucht. Entsprechend hoch ist die Menge der Ausscheidungen, die solch eine Maus hinterlässt. Lebensmittel, die von Mäusen heimgesucht wurden,  sind gänzlich unbrauchbar, da sie in der Regel mit Kot und Urin der Tiere verseucht sind.

Besonders im Mittelalter war die Mäuseplage nicht nur in den Städten ein großes Problem. Um dieser Plage Herr zu werden, wurden die unterschiedlichsten Methoden angewandt. So sagte man in Oberbayern, dass Wiesensalbei am 04. Juli, also am Ulrichstag gegen 12 Uhr zu pflücken sei, um ihn in Vorratskammern und Scheunen zu legen.

Die Maus ist ein Tier, das liebend gern in großen Familien zusammen lebt. Mehrere Male im Jahr ist das Weibchen empfängnisbereit und nach einer relativ kurzen Tragzeit bringt es mehrere Junge zur Welt. Entsprechend groß ist die Rate der Vermehrung. In früheren Zeiten sorgten Katzen auf den Bauernhöfen dafür, dass sich die Mäusepopulation nicht allzu sehr ausweitete.

Aber nicht nur im häuslichen Bereich hat sich die Maus erfolgreich angesiedelt. Auf den Wiesen und Feldern ist ein wilder Artverwandter der Hausmaus anzutreffen, die Feldmaus. Eigentlich ist sie ein so genannter Wühler und gehört somit nicht zur Familie der echten Mäuse. Die Feldmaus, man kann es schon an ihrem Namen heraushören, ist auf das Leben im Feld und seiner Umgebung spezialisiert. Die bevorzugte Nahrung ist das Korn, das auf den Feldern angebaut wird. Als der Mensch dazu überging, die Felder in Monokulturen zu bewirtschaften, schaffte er auf diese Weise ein wahres Paradies für die Feldmaus. Das reichliche Angebot an Nahrung führte zu einer explosionsartigen Vermehrung der Mäuse. Ähnlich wie die Hausmaus ist die Feld- oder Wühlmaus mehrmals im Jahr empfängnisbereit und trägt bis zu zwölf Junge pro Wurf aus.